Problemstellung: Wie stellt sich der Zusammenhang zwischen
Reaktionsgeschwindigkeit und Konzentrationen der Ausgangsstoffe dar, wenn diese
in gleichen oder ähnlichen
Konzentrationen vorliegen?
Vermutung: Der Geschwindigkeitsverlauf der Reaktion wird
nicht ausschließlich von der Konzentration eines Ausgangsstoffes A oder B
bestimmt, sondern die Konzentrations-
änderungen beider Ausgangsgangsstoffe
beeinflussen die Reaktionsgeschwindigkeit.
Vorüberlegung: Ethanol und Essigsäure reagieren zu
Essigsäureethylester und WasserEigenschaften des Reaktionsprodukts Ester:
1. ______________________________________________________________________________________
Vorversuch: Verseifung von
Essigsäureethylester durch Natronlauge
Geräte und Chemikalien: Spannungsquelle
(0-10 V), Amperemeter, Voltmeter, Leitfähigkeitselektrode, Verbindungskabel,
Rggl., Bechergläser, Brenner, Pipette, Natronlauge c(NaOH) = 2 mol/l,
Phenolphthalein, aqua dest. [Alternativ
dazu kann ein geeichtes Leitfähigkeitsmessgerät verwendet werden]
Durchführung: In
einem Rggl. werden 10 ml aqua dest., 1 ml Natronlauge und 3-4 Tropfen
Phenolphthalein gemischt. Die Stromstärke [Leitfähigkeit]
dieser Lösung wird bei U = 1 V ~ bestimmt und notiert. Danach wird 1 ml Ester
hinzugefügt, geschüttelt und im Becherglas mit 70 °C warmem Wasser erwärmt.
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Beobachtungen:1. ______________________________________________________________________________________________________________
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2. ____________________________________________________________________________________________________________________________ |
Nach dem Erwärmen wird auf
Zimmertemperatur abgekühlt und die Stromstärke bestimmt.
Versuchsergebnisse: 1. Die Anfangsstromstärke I0
beträgt 120 mA, die Endstromstärke
IEnde beträgt 30mA. [Die Anfangsleitfähigkeit c0
beträgt 5,2 mS, die Endleitfähigkeit cEnde
= 2,0 mS]
Fragestellung:
Wie
lassen sich die unterschiedlichen Stromstärken zu Beginn und am Ende des
Versuchs erklären? |
| Ionenleitfähigkeit bei 25 °C: |
| OH-: 174 S*cm2/mol |
| CH3COO-: 34,5 " |
| Na+:
43,5
" |
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Hauptversuch:
Geräte und
Chemikalien: Spannungsquelle (0-15 V),
Erlenmeyerkolben 125 ml, Kristallisierschale als Thermostatgefäß,
Magnetrührer, Thermometer, Amperemeter, Voltmeter, Stoppuhr,
Elektroden, Messzylinder, [geeichtes Leitfähigkeitsmessgerät mit
Messzelle] Essigsäureethylesterlösung mit c = 0,1 mol/l, Natronlauge
mit c = 0,1 mol/l, Natriumacetatlösung mit c = 0,025 mol/l.
Durchführung:
Alle
Lösungen werden auf Zimmertemperatur gebracht.
A
) Bestimmung der
Anfangsstromstärke I0 (bei
U=2 V~): In den Erlenmeyerkolben werden 25 ml der Natronlauge mit c=0,1
mol/l und 75 ml aqua dest. gegeben. In diesem Gemisch besitzt die
Natronlauge die gleiche Konzentration und erzeugt die gleiche
Leitfähigkeit wie im Reaktionsgemisch zu Beginn des Hauptversuchs.
Stromstärke und Temperatur werden notiert. |

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B) Hauptversuch: In
das gespülte Reaktionsgefäß gibt man 25 ml der Natronlauge mit c=0,1
mol/l, 50 ml aqua dest. und stellt den Rührer an. Nun werden schnell 25
der Esterlösung dazugegeben, die Stoppuhr in Gang gesetzt und der
Anfangsstromstärkenwert notiert. In Abständen von 1 min werden 20 min
lang die Stromstärken notiert. |
C) Bestimmung der Endstromstärke:
Aufgrund der langen Reaktionsdauer kann die Endstromstärke erst am
nächsten Tag abgelesen werden. Da sie sich jedoch ausschließlich aus
der Ionenleitfähigkeit der Natrium- und Acetationen zusammensetzt, kann
zu ihrer Bestimmung auch eine Natriumacetatlösung herangezogen werden.
[Die gleiche Versuchsanordnung und -durchführung kann
auch mit einem Leitfähigkeitsmessgerät gefahren werden. Im weiteren
Textverlauf wird nur noch auf die Stromstärke
Bezug genommen] . |
Beobachtungen:
Messwerttabelle: I0 = 25,5 mA bei 22
°C
Auswertung:
1. Die Stromstärke wird gegen die
Zeit aufgetragen. An 5 Stellen wird die Normale eingezeichnet.
2. Welcher Konzentration entspricht
die Anfangsstromstärke I0?
I0 = c
(_______________)
3. Welcher Konzentration entspricht
die Endstromstärke IEnde?
IEnde = c
(_______________) |
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t[min] |
0 |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
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I[mA] |
25,5 |
23,8 |
22,4 |
21,2 |
20,2 |
19,4 |
18,8 |
18,2 |
17,6 |
17,2 |
16,8 |
|
t[min] |
11 |
12 |
13 |
14 |
15 |
16 |
17 |
18 |
19 |
20 |
Ende |
|
I[mA] |
16,4 |
16,3 |
15,7 |
15,4 |
15,2 |
15,0 |
14,7 |
14,5 |
14,3 |
14,1 |
10 |
|
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4. Der Bereich zwischen Anfangs- und
Endkonzentration wird in 5 gleiche Abschnitte von ____________
mol/l unterteilt. Auf diese Weise lassen sich die
Momentankonzentrationen an den Schnittpunkten der Normalen mit
der Kurve ablesen.
5. Es wird überprüft, ob die
Verseifung (alkalische Hydrolyse) von Essigsäureethylester eine
Reaktion 1.Ordnung ist.
Die Stromstärke-Zeit-Kurve zeigt die nebenstehende Abbildung. Aus
ihr wird deutlich, wie die Momentankonzentrationen auf graphischem Wege ermittelt werden können bei
einem Maßstabsverhältnis von 0,01 mol/375 s = 2,67*10-5
mol/l*s-1. Trägt man nun v gegen
c(Ester) auf, so erhält man keine lineare Beziehung.
Das Geschwindigkeitsgesetz kann somit auch nicht v = k * c(Ester) lauten. Die anfangs aufgestellte Vermutung,
dass
die Geschwindigkeit nicht nur von der Konzentration eines
Ausgangsstoffes abhängt, wird also bestätigt. Da die
Konzentration an OH--Ionen mit Fortschreiten der
Reaktion genauso abnimmt wie die Konzentration des Esters (siehe
Reaktionsgleichung), wäre auch folgende Beziehung denkbar: v =
k * c(Ester) * c(Lauge). Da beide Stoffe in derselben
Ausgangskonzentration vorliegen, vereinfacht sich der Ausdruck
zu v = k*c2 . |
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Die Beziehung wird überprüft, indem man v gegen c2
aufträgt. In der Abbildung sind beide Funktionen: v = k * c (Kurve 2)
und v = k * c2 (Kurve 1) graphisch dargestellt. Nur zwischen
der Geschwindigkeit und dem Produkt der Konzentrationen der beiden
Ausgangsstoffe besteht ein linearer Zusammenhang, die Verseifung
von Essigsäureethylester ist somit eine Reaktion 2. Ordnung. Das
heißt: die Reaktionsgeschwindigkeit ist von der Konzentration zweier
Ausgangsstoffe abhängig.
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| c [mol/l] |
a [°] |
RG [mol/l*s] |
| 0,0100 |
19,0 |
0,92*10-5 |
| 0,0117 |
25,0 |
1,24*10-5 |
| 0,0148 |
33,0 |
1,73*10-5 |
| 0,0170 |
42,5 |
2,44*10-5 |
| 0,0190 |
50,5 |
3,23*10-5 |
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Die Geschwindigkeitskonstante wird aus der
Steigung der Geraden ermittelt:
tan 41° = 0,87 ;
k = 0,87 * 0,1 l * mol-1 * s-1 = 8,7*10-2
l * mol-1 * s-1
Die Dimension der Geschwindigkeitskonstanten ergibt sich aus
dem Geschwindigkeitsgesetz.
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