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Chemie-Arbeitsblatt _ _ Klasse _ _ _ Name ____________________________Datum _ _ ._ _._ _ |
Titration von Ameisensäure und Essigsäure
Arbeitsauftrag: Bestimme die Stoffmengenkonzentration c [mol/l] einer Ameisensäure- und Essigsäurelösung unbekannter Konzentration!
Geräte und Chemikalien: zwei 25-ml-Pipetten, Pileusball, 200- bzw. 250
ml-Weithals-Erlenmeyerkolben, Ameisensäure- bzw. Essigsäurelösung unbekannter
Konzentration, Phenolphthalein-Lösung, 1 Becherglas, Magnetrührer,
Rührmagnet, 1 Blatt weißes Papier, Stativ, Bürettenhalter, Muffe, Bürette;
Durchführung:
Pipettiere 25 ml Ameisensäure- bzw. Essigsäurelösung aus der Vorratsflasche und gieße sie in den 200-ml-Weithalserlenmeyerkolben. Verdünne die Lösung mit dest. Wasser auf ca. 100 ml. Gib dazu einige Tropfen Phenolphthalein (Indikator).Daten für die Auswertung:
Arbeitsaufträge:
| 1. | Berechne nach der Formel
n(NaOH) = c(NaOH) * V(NaOH) die
für die Neutralisation benötigte Stoffmenge n(NaOH) an Natronlauge. |
| 2. | Formuliere die Reaktionsgleichungen für die Neutralisationsreaktion beider Säuren. Aus der Reaktionsgleichung folgt, in welchem Stoffmengenverhältnis Natronlauge und Essigsäure bzw. Ameisensäure reagieren. |
| 3. | Natronlauge und Essigsäure bzw. Ameisensäure reagieren im Stoffmengenverhältnis n(NaOH) : n(Essigsäure) = ___ : ___ . Bestimme daraus die Stoffmenge der eingesetzten Ameisensäure bzw. Essigsäure und berechne die Stoffmengenkonzentration der eingesetzten Säuren. |
| 4. | Begründe anhand des Ergebnisses und durch die Formel, warum die Ameisen- bzw. Essigsäure nur ein Proton abspalten kann. |
| 5. | Essigsäure reagiert mit Magnesium. Formuliere die Reaktionsgleichung und benenne das Salz, das beim Eindampfen der Lösung auskristallisiert. |
| 6. | Aus welchen Aldehyden bzw. Alkoholen entstehen Methansäure und Butansäure? |
| 7. | Während bei den Alkoholen die ersten drei Glieder der homologen Reihe unbegrenzt in Wasser löslich sind, lösen sich bei den Carbonsäuren die ersten vier Glieder in Wasser unbegrenzt. Begründe den Unterschied! |
update: 05.01.07
Lösungen der Arbeitsaufträge: im folgenden Text wird die Essigsäure/Ethansäure mit HAc abgekürzt
1.
Genau 25 ml der Säure-Lösung unbekannter
Konzentration werden verdünnt auf ca. 100 ml. Angenommen, bei der
Titration werden 31 ml Natronlauge der Konzentration c(NaOH) = 1 mol/l
verbraucht, dann beträgt die Stoffmenge
n(NaOH) = c(NaOH) * V(NaOH) = 1 mol/l * 0,031
l = 0,031 mol.
2. Da Natronlauge und z.B. Essigsäure (Ethansäure) im Stoffmengen-Verhältnis n(NaOH) : n(HAc) = 1 : 1 reagieren, beträgt die Stoffmenge der eingesetzten Säure ebenfalls 0,031 mol.
Die Stoffmengenkonzentration ist das
Verhältnis von Stoffmenge und dem Volumen, in dem sich diese
Stoffmenge befindet und wird nach der Formel c = n/V berechnet.
Danach beträgt die Stoffmengenkonzentration an Essigsäure: c(HAc) = n(HAc) /V(HAc)
= 0,031 mol/0,025 L
n(HAc) = 1,223 mol/L
3. Die Reaktionsgleichung zeigt das Stoffmengenverhältnis: CH3COOH(aq)
+ NaOH(aq) -----> CH3COONa(aq) + H2O (l)
n(Säure) : n(Lauge) = 1 : 1
4. Ameisensäure (Methansäure) mit der Formel HCOOH und
Essigsäure (Ethansäure) mit der Formel CH3COOH haben
jeweils nur ein H-Atom, das zusammen mit dem Sauerstoff-Atom die
Hydroxy-Gruppe der Carboxy-Gruppe bildet. Die Aufteilung der Carboxy-Gruppe
-COOH in einen Carbonyl- und einen Hydroxy-Teil ist rein
formaler Natur, tatsächlich bilden alle beteiligten Atome eine einzige
funktionelle Gruppe nach dem Motto: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner
Teile!
Aufgrund der Elektronenzugs des doppelt gebundenen Sauerstoff-Atoms (EN-Wert: 3,5) und
der stark polaren Bindung zwischen dem Kohlenstoff-Atom der Carboxygruppe und dem
Sauerstoff-Atom
der Hxydroxy-Gruppe ist die Bindung zwischen dem Sauerstoff-Atom der Hydroxy-Gruppe und
dem Wasserstoff-Atom ebenfalls stark polarisiert: sie ist die "Schwachstelle",
von der ein Wasserstoff-Atom als Hydronium-H+-Ion losgelöst werden kann. Das ehemals
gemeinsame Elektronenpaar verbleibt beim Sauerstoff-Atom, das vom Wasserstoff-Atom
abgelöste ehemalige Bindungselektron wird zur negativen Ladung der Carboxygruppe: es bildet sich ein Carboxylat-Anion, in diesem Fall ein
Acetat-Anion (Ethanat-Ion).
Dieser Vorgang der Loslösung eines Protons (deswegen: Protolyse) funktioniert aber nur, wenn es einen Stoff gibt, der das Proton aufnehmen kann, ein Protonenakzeptor also existiert. Diese Rolle fällt dem Wasser-Molekül zu, das mit seinen zwei freien, nichtbindenden Elektronenpaaren am Sauerstoff-Atom genügend "Platz" (eigentlich: Ladung) bietet, das Proton zu binden. Dadurch wird aus dem neutralen Wasser-Molekül das positiv geladene Hydronium-Ion.
Das andere, am Kohlenstoff-Atom gebundene Wasserstoff-Atom der Ameisensäure bzw. die Wasserstoff-Atome der Methylgruppe bei der Essigsäure werden nicht in diesen Vorgang eingebunden, ihre Bindung ist zu wenig polar, um gespalten werden zu können.
5. 2 CH3-COOH(aq) + Mg(s) ----> H2(g) + (CH3COO)2Mg(aq): es bildet sich das Mg-Salz der Essigsäure, das Magnesiumacetat (Magnesiumethanat).6.
Methansäure = Ameisensäure entsteht aus Methanal = Formaldehyd, dieses/r
wieder aus Methanol;
Buttersäure entsteht aus Butanal = Butylaldehyd, dieser/s wiederum aus
1-Butanol.
Carbonsäuren besitzen nun sogar zwei "Ansatzstellen" für Wasserstoffbrückenbindungen: das doppelt gebundene Sauerstoff-Atom des Carbonyl-Teils und die OH-Gruppe des Hydroxy-Teils, soweit sie in Wasser undissoziiert (nicht in Ionen gespalten) vorliegen. Ein geringer Teil der Carbonsäuren, der jedoch in Wasser dissoziiert (protolysiert), erhöht nun zusätzlich die Löslichkeit durch die Ausbildung von Ionen: geladene Teilchen wie das H+-Ion oder das negativ geladene Acetat-Ion/Methanat-Ion sind durch das polare Wassermolekül besser löslich als unpolare oder schwach polare Teilchen. Die Wassermoleküle umgeben die positiv oder negativ geladenen Ionen mit dem jeweils entgegengesetzt geladen Teil ihrer Struktur: dieser Vorgang wird als Hydration oder Hydratation bezeichnet. Ab vier C-Atomen wird jedoch auch hier der Einfluss der hydrophoben Kohlenstoffkette so groß, dass die Wasserlöslichkeit rapide zurückgeht.
update: 05.01.07